• Schäden durch Naturgefahren nehmen zu

Schäden durch Naturgefahren nehmen zu

12.12.2019 BENNO STAUB Fachperson Elementarschaden-Prävention, Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF

Naturgefahren-Check – Heftige Niederschläge führen in der Schweiz immer wieder zu zahlreichen Überschwemmungen. Ein Grossteil der Gebäudeschäden liesse sich aber vermeiden.

Parterrewohnungen unter Wasser, Morast im Keller, überschwemmte Strassen: Die Bilder, die wir immer wieder am Fernsehen und auf Online-Portalen sehen, zeigen grosse Verwüstungen an Gebäuden. Tatsächlich verursachen Naturgefahren in der Schweiz jährlich Gebäudeschäden in dreistelliger Millionenhöhe. Hagel, Sturm und Überschwemmungen machen dabei den Löwenanteil von über 90 % aus. Im Laufe der letzten 30 Jahre haben die Schäden durch Naturgefahren die Feuerschäden teilweise deutlich übertroffen – Tendenz steigend. Schuld daran sind neben den Launen der Natur vor allem die dichtere Bebauung sowie die empfindlichere Bauweise. Früher haben grosse Vordächer vor Regen und Hagel geschützt – heute sind viele Fassaden der Witterung direkt ausgesetzt.

Zudem sind viele moderne Bauteile an Dach und Fassade anfälliger auf mechanische Beanspruchung als Ziegel und Mauerwerk – sie müssen besonders gut vor Hagel und dem Eindringen von Feuchtigkeit geschützt werden. Eine auf Naturgefahren angepasste Bauweise ist indessen der Schlüssel zum Erfolg.

Was tun, um Schäden an Gebäuden zu verhindern?

Präventiv handeln ist das oberste Gebot. Denn wer bei einem Neuoder Umbau frühzeitig an Schutzmassnahmen denkt, kann diese mit wenig Aufwand und viel Gestaltungsfreiraum realisieren. Prüfen Sie deshalb bereits in den frühen Planungsphasen, wie die Tiefgarage und weitere Gebäudeöffnungen auch bei Starkregen gut geschützt bleiben. Ein sicheres Gebäude schützt nicht nur die Eigentümer und Bewohner. Es erspart auch viel Ärger und Umtriebe, weil die richtigen Schutzmassnahmen helfen, einen Schadenfall zu verhindern. Ein Betriebsausfall oder der Verlust unwiederbringlicher Güter kann für Betroffene einschneidend sein. Der Gebäudeschutz vor Naturgefahren ist somit eine Investition in den Werterhalt der Immobilie: Über die Lebensdauer eines Gebäudes oder dessen Bauteile betrachtet, übersteigt der finanzielle Nutzen die für Schutzmassnahmen aufgewendeten Kosten meist deutlich. Viele kantonale Gebäudeversicherungen bieten übrigens kostenlose Beratung an und unterstützen Schutzmassnahmen teilweise auch finanziell, insbesondere bei bestehenden Gebäuden.

Individualisierter Naturgefahren-Check

Welche Massnahmen in welcher Situation den besten Schutz bieten, zeigt die Informationsplattform www.schutz-vor-naturgefahren.ch. Immobilieneigentümer, Bauherren sowie Architekten und Planer haben online Zugang zu einem interaktiven Naturgefahren-Check, der auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die Massnahmenvorschläge lassen sich auch nach Gebäudeteil filtern – eine interessante Option, wenn beispielsweise eine Sanierung von Dach oder Fassade ansteht. Weiter finden sich auf der Website Hintergrundinformationen zu allen Naturgefahren: Welche Gefahr kann wo welche Schäden anrichten? Wie schütze ich mich und mein Gebäude? Welche Fachstellen bieten Unterstützung? Und schliesslich gibt es eine Checkliste zur Planung und Umsetzung von Schutzmassnahmen zum Download.